Events » SPRING AGORA in Valetta/Malta
- Datum
- 26.04. – 29.04.2007
- Bericht von
- Tom Müller
- Sonstiges
Drei Jung-AEGEEler (Birgit, Maria und Tom) machten sich einst aus ihrer Heimatantenne Konstanz auf den Weg ins ferne Malta, um dem Rat der Weisen aus Europa zu lauschen und um herauszufinden, was es denn mit AEGEE außerhalb ihrer kleinen Antenne so auf sich hat. Zwei von ihnen hatten schon ein wenig Ahnung, doch der dritte (Tom), der noch jung, unwissend und unverbraucht war, wird nun berichten, was sich einst auf dieser Insel zugetragen hat:
Unsere Geschichte beginnt in Pisa, wo wir aufgrund unserer Flugverbindung eine Nacht mit den Leuten vom AGORA Pre-Event verbrachten. Dank einer perfekten Wegbeschreibung via Handy („juste left and then *noise* *crack* and den you’re there“) war es für uns kein Problem, binnen kürzester Zeit am Campingplatz anzukommen und uns dort ohne größere Probleme („Sorry, nothing reserved for any Thomas or Maria from AEGEE Konstanz“) anzumelden. Und so konnten wir noch mal lecker Pizza essen gehen, einen Bungalow mit Dusche und den schiefen Turm bei Nacht und bei Tag genießen, bevor es mit ca. 20 AEGEE-Mitgliedern weiter nach Malta ging. Vielen Dank an das Mitglied des Comité Directeurs, das im Flugzeug vor mir saß und sich halb den Rücken verrenkte, um mir AEGEE Europe zu erklären und näher zu bringen.
In Malta angekommen, verabschiedeten wir uns erstmal von den anderen AEGEE-Mitgliedern, um noch zwei wunderbare Tage bei Freunden von Birgit zu verbringen, die uns unter anderem Mdina zeigten und uns das leckere Essen von Malta näherbrachten. In dieser Zeit schauten wir uns außerdem Valletta und Floriana an, wobei wir ein weiteres Mal die freundliche Malteser Mentalität zu spüren bekamen: Als wir etwas unschlüssig vor einer Kirche mit offener Tür standen, in der diverse Umräumarbeiten stattfanden, winkte uns ein älterer Herr hinein und unterbrach seine Arbeiten, um uns durch die ganze Kirche zu führen und nebenbei die ganze Geschichte und die Bedeutung der Gemälde und Statuen zu erklären, wobei fotografieren selbstverständlich erlaubt war.
Schließlich kamen wir am Donnerstag in den von AEGEE Valletta organisierten Hotels mit Swimmingpool an und hatten kaum Gelegenheit, unsere Sachen abzulegen, als schon die erste Rundführung durch die Städte St. Julians und Paceville, in denen unsere Hotels lagen, stattfand. Maltesische Städte entsprechen aber eher dem, was man sich hierzulande unter einem Stadtteil vorstellt und manchmal wissen selbst die Maltesen nicht, ob sie sich gerade in der einen oder in der anderen Stadt befinden, da dies grundsätzlich nicht beschildert wird und auch keinen großen Unterschied macht. St. Julians und Paceville waren früher einmal Fischerdörfer, bestehen aber heute in erster Linie aus Hotels und der Maltesischen Partymeile, in der jeder Club freien Eintritt und größtenteils billige Getränke hat.
Auf dem Plan standen als nächstes ein maltesischer Sprachkurs, in dem mit Wasserbechern und einem Shaker die verschiedenen Anteile verschiedener Spracheinflüsse (60% Arabisch, 30% Italienisch und 10% Englisch) erklärt wurden, sowie eine kurze Einführung in die AGORA und wir hatten kaum Zeit, uns in Schale zu werfen, als wir es schon weiterging zum offiziellen Empfang der AGORA. Hier hielten unter anderem der Präsident von AEGEE und der Präsident von Malta erstaunlich kurzweilige Reden, und nachdem wir Musik von einer Maltesischen Folkband mit einer fantastischen Sängerin hörten, ging es gleich weiter in ein englisches Fort, wo erstmal Essen und vor allem Party angesagt war. Das anschließende Schlafvergnügen war aber nur sehr kurz, denn schon um halb 8 wurden wir von AEGEE Valletta geweckt und per Bus zur Universität von Malta gebracht, wo nun offiziell die AGORA begann.
Der erste Tag beinhaltete unter anderem den Activity Report der Mitglieder des Comité Directeurs (kurz: CD) sowie einige deutlich kritische Fragen dazu. Außerdem besuchten wir interessante Workshops über den europäischen Islam, Zypern und darüber, wie offizielle Statements in AEGEE gebildet werden. Am Abend war dann wieder Party in einer der größten Discos von Malta angesagt, und als ich endlich heimkam, um mich ins Bett zu legen, stellte ich fest, dass mein Apartment fest in der Hand von pastakochenden Italienern war. Irgendwie habe ich es am nächsten Tag dann doch noch nach 2 Stunden Schlaf geschafft, rechtzeitig aufzustehen und war im Plenum dann auch relativ schnell wieder wach, denn der Tag begann mit einem Rücktritt des kompletten CDs. Es stellte sich allerdings ziemlich bald heraus, dass sich fast alle zur Wiederwahl stellten. Nach weiteren Workshops und der Vorstellung einiger Kandidaten bekamen wir schließlich noch mit, wie einige sogenannte Kontakte mit viel Gesang usw. die Convention d’Adhésion unterschrieben um zu neuen AEGEE-Kontaktantennen ernannt zu werden. Als schließlich eine AEGEE Antenne meinte, ihre Neugründung mit Champagner begießen zu müssen, bekamen sie einen Wischmop in die Hand und durften den Boden wischen.
Dieser vorletzte Abend fand nun seinen krönenden Abschluss in der EUROPEAN NIGHT, bei der AEGEE Mitglieder aus 42 Ländern ihre Stände aufbauten, um Köstlichkeiten aus ihren Heimatländern zu präsentieren. Ca 80% dieser „Köstlichkeiten“ waren Spirituosen und genauso ging es mir am nächsten Tag… Ich schaffte es aber irgendwie trotzdem unter Verzicht des Frühstückes, rechtzeitig im Plenum zu sein, um noch die Vorstellung der neuen CD Kandidaten mitzubekommen und mit Maria und Birgit zusammen so um die 20-30 Ballot Papers auszufüllen, bei denen wir uns irgendwie zu erinnern versuchten, welcher Name denn zu welchem der unzähligen Kandidaten, die wir größtenteils am Vortag gesehen hatten, gehörte. Nach diversen weiteren Topics und Workshops feierten wir schließlich das 10jährige Bestehen von AEGEE Valetta und natürlich die Abschiedsparty, denn die AGORA war nun offiziell beendet.
Doch der Urlaub war noch lange nicht beendet. Während Maria am offiziellen Post-Event teilnahm, erforschten Birgit und ich mit Birgits Bekannten Maltas und Gozos Strände und Steilküsten, Zisternen und Kaffehäuser und eine über 6000 Jahre alte Tempelanlage, die damit zu den ältesten der Menschheit gehörte. Vielen Dank an dieser Stelle an die maltesische Gastfreundschaft, die wir vor, während und nach der AGORA genießen konnten und die uns lange in Erinnerung bleiben wird.
Nach einer tollen Post-Event-Abschiedsparty und einer abenteuerlichen Nacht in Pisa (8 Leute, 4 Betten, ein Raum = AEGEE-Spirit… ich war dankbar über meine Isomatte) kamen unsere Körper schließlich heil in Konstanz an, während unser Geist noch lange Zeit auf Malta weilte.
Was bleibt, ist die Erinnerung an eine wunderbare und abwechslungsreiche Reise, einen Einblick in die Maltesische Kultur, Freunde und Kontakte aus ganz Europa, auf die man sich schon bei den nächsten Events freut, und nicht zuletzt das Gefühl, wie AEGEE auf europäischer Ebene funktioniert und die Motivation, noch mehr darüber zu erfahren und erleben zu wollen… Viva AGORA, viva AEGEE Valetta!!!